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FEMINISMUS
19. März 2021

Zentral für unsere Arbeit bei Teikei Coffee ist die nachhaltige Ausrichtung. Nicht das schnelle Skalieren des Unternehmens, nicht ein unendliches Wachstum. Teil unserer Arbeit ist also auch die Beschäftigung mit Themen, die über den Kaffeehandel, über das nachhaltige Wirtschaften hinausgehen. Wir möchten deswegen unseren Blog regelmäßig auch als Plattform nutzen, um Themen zu beleuchten, die zunächst zusammenhangslos erscheinen mögen. Fangen wir also mit Feminismus an, mit einem mini Einblick in dieses enorm wichtige Thema. Es folgt ein Beitrag von Lotti, Teikei Teammitglied, zum feministischen Kampftag und Werbung für ein Männermagazin.

Feminismus ist für alle da

>> Zunächst kommt wahrscheinlich die Frage auf: Warum feministischer Kampftag und nicht Weltfrauentag? Dann vielleicht: Warum Männermagazin und wie passt das zusammen? Keine Sorge, ich versuch euch meine Sichtweise zum Feminismus näher zu bringen und diese Frage zu klären. Immer wieder hört man Verwunderung darüber, dass der Feminismus auf einmal gar nicht mehr nur für Frauen sondern plötzlich für alle da ist. Mich wundert die Wahrnehmung, dass Feminismus überhaupt mal nur für «Frauen» da gewesen sein soll, sich bloß für das Frauenwahlrecht und gerechte Bezahlung eingesetzt habe. Dann wäre der Feminismus zwar (leider) immer noch nicht erfolgreich gewesen, aber dennoch nur ein Begriff, der die Diskriminierungserfahrungen einiger weniger Frauen abdeckt.

Ein Feminismus, der für alle da ist, setzt sich für Geschlechtergerechtigkeit ein und verurteilt die strukturelle Benachteiligung und Diskriminierung aufgrund des Geschlechts oder der Geschlechtsidentität. Menschen, die dies erfahren sind eben nicht nur Frauen. Besonders betroffen von geschlechtsspezifischer Diskriminierung sind Lesben, intersexuelle, nicht-binäre, trans-Personen und asexuelle Personen = FLINTA* Personen (*). Demnach setzt sich Feminismus für alle ein, die durch die patriarchalen Strukturen diskriminiert werden. Ein intersektionaler Ansatz ist ebenso vorausgesetzt, da besonders zwei- oder mehrfach diskriminierte Personen bspw. aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihrer Religion von dem Patriarchat betroffen sind.

Ein Feminismus, der nur für Frauen da wäre, der sich «nur» für die Gender-Pay-Gap und eine gerechte Rollenverteilung in der Gesellschaft einsetzte, würde zu kurz greifen und Synergien und gemeinsame «Kämpfe» für eine post-patriarchale Gesellschaft verpassen. Der Begriff «Kampf» mag abschrecken und das «gegen» mehr als das «für» herausstellen. Aber ganz ehrlich: Ich bin auch gegen das Patriarchat. Und vielleicht schafft ein intersektionaler, feministischer Kampftag, der sich für die Gleichberechtigung der Geschlechter und eine gerechte Gesellschaft einsetzt, ja auch die nötige Energie und Kraft, tatsächlich etwas zu ändern

Doch warum finden wir nun ein Männermagazin gut? Wir sind alle Teil der patriarchalen Gesellschaft und befinden uns, wie ich oben ausgeführt habe, in einem Kampf um Gleichberechtigung und Geschlechtergerechtigkeit. Teil dieser Debatte müssen auch Männer sein. Insbesondere cis-Männer, die durch das Patriarchat und dadurch, wie sie in der Gesellschaft gelesen werden, enorme Privilegien genießen, müssen sich dieser bewusst sein und diese für eine post-patriarchale Gesellschaft einsetzen. Das Männermagazin UWE setzt sich mit kritischer Männlichkeit auseinander und schreibt Texte darüber wie Männer gute Verbündete sein können. Und das ist extrem wichtig! Schaut gerne mal im UWE Magazin vorbei, hinterlasst Kommentare oder gebt Rückmeldung. Ansonsten empfehle ich an dieser Stelle gerne Margarete Stokowski, Kübra Gümüşay und die Graphic Novels von Liv Strömquist. Habt ihr Empfehlungen? Immer her damit!

(*) Wie in vielen Texten über intersektionalen Feminismus und kritische Männlichkeit unterscheide auch ich hier zwischen sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität. Diskriminierungserfahrungen von Menschen, die sich als LGBTQIA* und nicht als FLINTA* (Akronym für Frauen, Lesben, Inter-, non-binäre, Trans- und a-Gender-Personen) verstehen, möchte ich nicht absprechen und sind nach ihrer Entscheidung ebenfalls Teil des feministischen Kampfes. <<

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