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KREISLAUFWIRTSCHAFT
05. Juli 2021

Unsere Wirtschaftssysteme sind zum Großteil linear. Das bedeutet, dass Produkte nach ihrer Nutzung entsorgt werden und als Ressourcen-Mischung in ein schlecht geführtes Abfallmanagement übergehen. Momentan ist zusätzlich die Nutzungsdauer häufig sehr kurz. Zirkuläre Wirtschaftssysteme hingegen sehen die Art und Weise der Nutzung von Produkten und Materialien auf der einen Seite, als auch die Art der Herstellung und Entsorgung als zentrale Aspekte, um weder jetzt noch zukünftig Schäden an Mensch und Umwelt anzurichten. 

Unser Ziel bei Teikei Coffee ist es, nach und nach immer mehr Produkt- und Materialkreisläufe zu schließen, um weitere Emissionen und Verbrauch von Ressourcen zu verringern. Zentrale Themen sind die Gestaltung der Verpackung (sowohl der Einwegverpackung als auch des Mehrweggefäßes für die Unverpacktabwicklung), die Vermeidung von Transportwegen durch das Bilden von Verbrauchsgemeinschaften und der ständige Austausch mit unseren Partner*innen, um die Abläufe und Strukturen ständig zu verbessern.

Säcke in der Rösterei

Unser Zielvision ist eine komplett nachhaltige und solidarische Kaffeewirtschaft. Manche Aspekte, wie der Klimawandel, der Einfluss auf die Seewinde nimmt und die Regen- und Trockenzeiten in Mexiko verschiebt, müssen immer wieder neu verstanden und mit zukunftsfähigen Lösungen begegnet werden. Und obwohl wir viele Emissionen im Vergleich zu herkömmlichen Kaffeeunternehmen vermeiden, insbesondere im Anbau auf Pestizide und Herbizide verzichten oder ein Zeichen in Sachen alternativer transatlantischer Transportwege setzen, gibt es noch viel zu tun. Wir probieren aus, bauen Vertrauen und Gemeinschaft auf, werden immer besser – im Sinne der Zukunft und Nachhaltigkeit.

Falls ihr tiefer in die Kreislaufwirtschaft einsteigen möchtet, empfehlen wir euch diesen wissenschaftlichen Artikel, der einen guten Überblick über verschiedene Instrumente und Perspektiven der Kreislaufwirtschaft bietet.

Jutesäcke für dein Zuhause?

Eine Frage hat uns aber schon lange unter den Fingern gebrannt. Die Jutesäcke, in denen der Rohkaffee über den Atlantik schippert, können leider nicht so einfach, wie wir uns das vorgestellt hatten, erneut für die Befüllung von Rohkaffee genutzt werden. Dies liegt an den Lotnummern, die auf den Sack gedruckt sind und jeweils nur einmal verwendet werden können. Bis sich eine tatsächlich kreislaufwirtschaftliche Lösung findet, kann man über unseren Probiershop einen der weitgereisten Kaffeesäcke erstehen. Dies befreit unser Lager von Material und verschönert nun schon mehrere Orte mit Kissen oder Wäschebeuteln.

Kissen aus Kaffeesäcken

„Aus leer mach ich mehr“

Jutta, Mitglied der Teikei Coffee Gemeinschaft, hat in unserem Probiershop einen Jutesack erstanden und diesen zu zwei tollen Kissen umgenäht. Wir haben sie gefragt, ob sie eine Anleitung zum Nachmachen schreiben kann. Und JA, es hat uns eine wunderschöne Schritt-für-Schritt-Anleitung erreicht. Wir freuen uns sehr, dies mit Euch zu teilen!

Material

Schere (Nagelschere), Paketschnur natur (ungewachst), Sticknadel (großes Nadelöhr aber trotzdem spitz), roter Faden (Material egal, Hauptsache rot), Bügeleisen, Inhalt eines alten (aber gewaschenen) Kopfkissens

Step 1: Trennt die alten Nähte vorsichtig mit einer Schere auf. Am besten geht es mit einer kleinen Nagelschere. Hebt das „Made in India“ Lable auf, denn kleine Details machen den Charme der fertigen Kissen aus.

Step 2:  Wollt ihr die beiden Vorderseiten auf je einem Kissen haben, muss der Sack nicht horizontal sondern vertikal zerschnitten werden. Einfach drauflos, man kann sich auch ohne Lineal am Webfaden entlanghangeln. Nur Mut! Jetzt hat man 2 zwei lange (hochkant) Jute-Rechtecke. Step 3: Um die Jute-Kissen-Hüllen zusammenzunähen, einfach die Ränder (nur die „frisch“ geschnittenen, die anderen sind ja schon perfekt) umbügeln. Das Bügeleisen muss sehr heiß sein, dann wird es besonders gerade und glatt. Anschließend die einzelnen Rechtecke zu Kissen zusammenfalten, sodass die Beschriftungen vorne sind.

Jutesack Kissen

Step 4: Jetzt die Ränder links und rechts mit Sticknadel und Paketschnur zusammennähen (unten ist ja eh dicht). Ich habe mich für den Schlingstich entschieden (er ist auch für Anfänger einfach, sieht gut aus, die Ränder fransen nicht und es gibt viele Anleitungen im Netz). 
Step 5: Beide Kissen-Hüllen mit dem Inhalt eines alten Kopfkissens befüllen, dann oben die letzte Naht (wieder mit Schlingstich) zunähen. Fertig!

Tipps für einen besonders authentischen Look: Einfach das weiß/grüne „Made in India“ Lable wieder mit einnähen. Einen roten Faden durch das Kissen mit TEIKEI Aufschrift am linken Rand durchfädeln, dann sieht es seinem Zwilling besonders ähnlich. Für einen „used look“ (man soll den Kissen den langen Weg ruhig ansehen) nur die Ränder bügeln, nicht das ganze Kissen.

„Als leidenschaftliche Seglerin ist es eine schöne Vorstellung, wie weit dieses „Schmuckstück“ bei Wind und Wetter über den Atlantik gereist ist. Da das mit dem Reisen dieses Jahr noch ein wenig ‚hakelt‘, bleibt umso mehr Zeit sich mal wieder auf alte Werte, wie das Handarbeiten, zu besinnen“ (- Jutta).

Wir haben uns sehr über Eure Nachricht gefreut

 

… und darüber, dass wir die Anleitung teilen können. Vielen Dank, Jutta und Gregor, für die Anleitung und dafür, dass ihr unsere Gemeinschaft mit dieser schönen Nachricht noch lebendiger macht.

Wenn ihr auch Teikei-Coffee-Jutesackkissen für Euer Zuhause möchtet, schreibt uns gerne oder ergattert einen Jutesack direkt über den Probiershop. Vielleicht habt Ihr ja noch weitere Ideen für eine Weiternutzung der Jutesäcke. Vielleicht als Rucksack, Mütze oder Sitzsack? Schickt uns gerne Fotos, Anleitungen oder Ideen – Wir freuen uns!

Probiershop Teikei Coffee

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